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Aktuelles - Die Personenstandsunterlagen des 19. und 20. Jahrhunderts im Stadtarchiv Nürnberg

 
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Relevante Bestände

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Erschließung der Standesregister 1810-1875

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Übernahme der Standesamtsbücher im Januar 2009

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Tiefenerschließung der Standesamtsbücher ab 1876

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Derzeitiger Erschließungsstand

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Benutzung

 

Schon in der Reichsstadt Nürnberg mussten alle städtischen Pfarreien die Regierung regelmäßig über die vorkommenden Geburten, Heiraten und Sterbefälle informieren. Die Meldungen erfolgten dabei an das Vormundamt als zuständige Behörde. Diese Praxis der Pfarreimeldungen wurde auch in bayerischer Zeit fortgesetzt, jetzt erfolgte die Meldung an die Polizeidirektion bzw. den Magistrat. Bis zur Einrichtung der Standesämter im Kaiserreich, die in Nürnberg am 1. Januar 1876 ihre Arbeit aufnahmen, waren die Meldungen auch die Grundlage der Verwaltung zur Ermittlung der Bevölkerungsbewegung.

 

Relevante Bestände

Mit der Errichtung des Landeskirchlichen Archivs der evangelischen Kirche in Bayern kamen neben den Pfarrmatrikelbüchern der beiden Nürnberger Hauptkirchen auch die originär amtlich-reichsstädtischen Provenienzen des Vormundamts dorthin. Im Stadtarchiv Nürnberg ist ein kleiner Restbestand dieses Teils der Überlieferung des Vormundamts als Teilbestand B 5/I definiert. Für die bayerische Zeit sind die Pfarreimeldungen an Polizeidirektion bzw. Magistrat als Teilbestand C 21/II aufgestellt und lückenlos vorhanden. Dasselbe gilt dann für die Standesamtsunterlagen ab 1876, die als Bestand C 27 definiert sind.
Im Gegensatz zu vielen Pfarrmatrikelbüchern, die mit eigenen Personenregistern erschlossen sind, gab es für die Standesregister im Stadtarchiv keine einschlägigen Findmittel. Daher wurde im Jahr 2003 die Grundsatzentscheidung getroffen, eine Tiefenerschließung der einzelnen Einträge per Datenbank zu beginnen. Ein Hintergedanke war dabei, dass die lange geplante Novellierung des deutschen Personenstandsgesetzes in einigen Jahren in Kraft treten würde. Dann konnte man mit der Erschließung der älteren Standesamtseinträge ab dem 1. Januar 1876 nahtlos fortsetzen.

 

Erschließung der Standesregister 1810 - 1875

Im Sommer 2003 wurde im Stadtarchiv mit der Tiefenerschließung der Standesregister im Zeitraum 1810 bis 1875 begonnen. Dabei wurde einer aufwendigen Methode der Vorzug gegeben, um einerseits möglichst viele personenbezogene Daten zu erfassen, andererseits zukünftig Auswertungen für sozialgeschichtliche Fragestellungen zu erlauben. Als Anfangsjahr bot sich 1810 an, da die Bände ab hier einheitlich geführt wurden.

 

Sterbefälle

Begonnen wurde mit den Sterbefällen. Die Datenbankmaske besteht aus 22 Feldern, die jedoch nicht alle gefüllt werden müssen. Anhand der Mutter des Philosophen Ludwig von Feuerbach sei die Erfassung eines Sterbefalls veranschaulicht:

 
Maske Sterbefälle
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Zentrale Informationen sind Name des oder der Gestorbenen, Geschlecht und Todesursache (Krankheit). Weiter sind Beruf bzw. Stand erfasst, indem - wie damals üblich - bei Ehefrauen bzw. Kindern der Beruf des Ehemanns oder des Vaters angegeben ist. Außerdem finden sich Religion und letzter Aufenthaltsort. Der Eintrag (Zivil-)Stand ist ein vordefiniertes Auswahlfeld und enthält 14 Kategorien.
Bei Sterbeeinträgen von verheirateten, geschiedenen oder verwitweten Frauen ist in der Regel der Ehemann angegeben sowie der Geburtsname der Frau - kenntlich gemacht durch den Zusatz '(MN)'; bei ledigen Frauen ist zumeist ihr Vater genannt. Am Schluss der Erfassung stehen Sterbedatum, Sterbealter in Jahren und - falls angegeben - das Sterbealter noch spezifiziert in Monaten und Tagen.
Die Bearbeitung der Sterbeeinträge konnte bereits im Jahr 2007 abgeschlossen werden: Über 110.000 Todesfälle zwischen 29. April 1810 und 31. Dezember 1875 sind erfasst. Etwa 207.000 Personennamen und fast 140.000 Ortsnamen sind in der Datenbank registriert. Neben der Personenforschung bieten sich die Sterbedaten auch für viele sozialgeschichtliche Fragestellungen an, indem etwa nach berufsspezifischen Krankheiten recherchiert werden kann.

 

Heiraten

Wesentlich aufwendiger als bei den Sterbefällen ist die Erschließung der Heiraten, mit der Ende des Jahres 2003 begonnen wurde. Dies kommt allein schon durch die Zahl von 35 Feldern der entsprechenden Datenbankmaske zum Ausdruck. Anhand der bekannten Heirat des Philosophen Hegel mit einer Nürnberger Patriziertochter sei dies veranschaulicht:

 
Maske Heiraten
 

Die ersten sieben Felder entsprechen dem Sterbeeintrag (s.o.), dann folgt das Heiratsdatum. Die differenzierten Angaben bei Bräutigam und Braut sind fast identisch: Nach dem Namen sind Geburtsort und Geburtsdatum, derzeitiger Beruf bzw. Stand - hier bei der Braut Tochter eines (ehemaligen) Nürnberger Ratsherren, Religion und bisheriger Aufenthaltsort angegeben. Weiterhin sind die jeweiligen Eltern aufgeführt, wobei i.d.R. auch der Mädchenname der Mutter genannt ist (MNM). Bei der Braut wird zusätzlich noch ihr zukünftiger Name ausgeworfen.
Mit Stand Januar 2011 sind fast 32.000 Heiraten mit ca. 270.000 vorkommenden Personennamen und 130.000 Orten nachgewiesen. Die Erfassung fast aller Gemeinden ist abgeschlossen. Es fehlen nur noch die evangelischen Gemeinden St. Jobst, St. Leonhard und Mögeldorf.

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Geburten

Mit der Eingabe der Geburten konnte erst Ende des Jahres 2006 begonnen werden. Die Datenbankmaske besteht aus 28 Feldern. Beim folgenden Beispiel treffen wir auf den Engländer William Wilson, bekannter Lokomotivführer der ersten deutschen Eisenbahn, als Taufpaten für das fünfte Kind seiner Landsleute.

 
Maske Geburten
 

Neben den großenteils schon aus der Beschreibung der Sterbefälle und Heiraten bekannten Feldern sei hier besonders auf die Eingaben 'Rangfolge Kind' und 'Geburtsart' hingewiesen. Diese Kategorien - das wievielte Kind dem Ehepaar geboren wurde und auf welche Art - ermöglicht die Auswertung nach differenzierten Fragestellungen. Leider kommen diese Informationen bei den Standesamtsbüchern ab 1876 nicht mehr vor. Auch die Taufpaten gibt es dort selbstverständlich nicht mehr. Gerade diese bieten aber für die Zeit bis 1876 eine Dokumentation des sozialen und/oder verwandtschaftlichen Umfelds.
Bislang (Stand Januar 2011) konnten ca. 107.000 Geburten auf diese Art registriert werden. Etwa 430.000 Personennamen und 250.000 Orte sind dabei erfasst. Diese Erschließungsarbeiten kommen wohl 2011 zum Abschluss.

 

Übernahme der Standesamtsbücher im Januar 2009

Zum 1. Januar 2009 ist das Personenstandsrechtsreformgesetz mit dem neuen Personenstandsgesetz in Kraft getreten. Dies hatte zur Folge, dass aus fast der Hälfte des Schriftgutes der Standesämter auf einen Schlag Archivgut wurde. Bisher war der Zugang zu den Sterbe-, Heirats- und Geburtenbüchern im Standesamt weitestgehend eingeschränkt gewesen und zwar galt das für die gesamte Überlieferung seit 1876. Die Standesämter erteilten lediglich Auskünfte bzw. fertigten Urkundenkopien für den Personenkreis, der einen Nachweis der Abstammung in direkter Linie erbrachte.

 
Übernahme der Standesamtsbücher im Januar 2009
 

Dies ist nun grundsätzlich anders. Seit 1. Januar 2009 stehen 102 Jahrgänge der Sterbebücher, 52 Jahrgänge der Heiratsbücher und immerhin 22 Jahrgänge der Geburtenbücher für die Forschung bereit. Nach dem neuen Personenstandsgesetz werden nun also Sterbebücher nach 30 Jahren, Heiratsbücher nach 80 Jahren und Geburtenbücher nach 110 Jahren Archivgut. Das bedeutet, dass jährlich ein weiterer Jahrgang der Standesamtsbücher der Forschung zur Verfügung stehen wird.

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Tiefenerschließung der Standesamtsbücher ab 1876

Analog zur oben dargestellten Überlieferung der Standesregister 1810 bis 1875 sollen in einem überschaubaren Zeitraum alle Sterbefälle, Heiraten und Geburten einzeln per Datenbank erschlossen werden. Bei dieser Einzelfallerschließung kann erfreulicherweise auf Vorarbeiten des Standesamts zurückgegriffen werden. Dieses hatte einen Teil der Geburten und Sterbefälle bereits in einer Datenbank erfasst. Parallel zur Aussonderung der Bände konnten auch die relevanten Daten ausgelesen werden. Es handelte sich dabei um etwa 553.000 Datensätze. Nach entsprechender Bearbeitung durch das Stadtarchiv konnten diese in die Erschließungsdatenbank "Standesregister" eingelesen werden.
Die folgende Übersicht zeigt das Mengengerüst unserer Sterbe-, Heirats- und Geburtenbücher mit dem derzeitigen Stand der Einzelfallverzeichnung (Juni 2009).

 
Tiefenerschließung der Standesamtsbücher ab 1876
 

Auch wenn die durch das Standesamt erfassten Informationen rudimentär sind, wie das Beispiel des Hauptkriegsverbrechers Julius Streicher zeigt, so sind diese doch eine große Arbeitserleichterung.

 
Maske Sterbebücher
 

Bei der zukünftigen Erschließung im Stadtarchiv werden aber weiterhin mehr Daten pro Sterbefall erfasst. Dasselbe gilt für Heirats- und Geburtenbücher.
Seit Februar 2009 wird die Tiefenerschließung bereits fortgesetzt. Die vollständige Erschließung wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Zudem muss in Zukunft jährlich zum 1. Januar jeweils ein weiterer Jahrgang der Standesamtsbücher als Archivgut übernommen werden. Zum 1. Januar 2011 sind das die Sterbebücher von 1980 (ca. 8.700 Einzelfälle), die Heiratsbücher von 1930 (ca. 5.000 Einzelfälle) und die Geburtenbücher von 1900 (ca. 10.000 Einzelfälle).

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Derzeitiger Erschließungsstand

In der 2003 angelegten Standesregister-Datenbank werden auch die Registerserien der Standesfälle erschlossen. Mit Stand Januar 2011 sind hier etwa 630.000 Nürnberger Sterbefälle im Zeitraum 1810 bis 1980, 227.000 Geburten zwischen 1810 und 1900 sowie 62.000 Heiraten im Zeitraum 1810 bis 1930 erfasst. Diese 980.000 Datensätze verzeichnen etwa 1,8 Millionen Personennamen und weit über 1 Million Ortsnamen. Für die herkömmlichen Personenrecherchen bildet die Datenbank mittlerweile neben der Meldekartei das zentrale Rechercheinstrument im Stadtarchiv.

 

Benutzung

Trotz der guten Erschließung der Bandserien ist deren Benutzung im Stadtarchiv Nürnberg eingeschränkt. Aus Gründen des Archivalienschutzes werden entsprechend der Benutzung der Einwohnermelderegistratur nur Auskünfte aus den Bandserien erteilt bzw. Reproduktionen oder beglaubigte Kopien erstellt. Hierfür wird gemäß der Gebührenordnung des Stadtarchivs die benötigte Arbeitszeit verrechnet. Ansprechpartner ist Herr Reichmacher.

 
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Hinweise zur Benutzung der Personenstandsunterlagen

 
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Stand: 18.01.2011
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